{"id":19,"date":"2026-02-13T20:25:08","date_gmt":"2026-02-13T20:25:08","guid":{"rendered":"https:\/\/vorboteblog.wordpress.com\/?p=19"},"modified":"2026-02-14T16:33:24","modified_gmt":"2026-02-14T16:33:24","slug":"1934-die-lehre-der-kampf-2026","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dervorbote.at\/?p=19","title":{"rendered":"1934 \u2013 Die Lehre. Der Kampf. \u2013 2026"},"content":{"rendered":"\r\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die bewaffneten K\u00e4mpfe der fortschrittlichen Kr\u00e4fte der \u00f6sterreichischen Arbeiterklasse, die am 12. Februar 1934 begannen, richteten sich gegen den Faschismus, der die Arbeiterklasse und das Volk mit roher Gewalt niederzudr\u00fccken versuchte. Die Monopolkapitalisten im Bund mit den Gro\u00dfgrundbesitzern wollten die organisierte Arbeiterbewegung vollst\u00e4ndig zerschlagen, sie wollten ihr jedes errungene demokratische Recht, jedes St\u00fcck hart erk\u00e4mpften Fortschritt mit Gewalt entrei\u00dfen. Dagegen standen die mutigen K\u00e4mpferinnen und K\u00e4mpfer des Roten Februars auf. Hunderte, wenn nicht tausende von ihnen gaben ihr Leben, um den Faschismus, diesen eingeschworenen Feind der Arbeiterklasse und des Volkes, zur\u00fcckzuschlagen. <!--more-->Es waren die Monopolkapitalisten und Gro\u00dfgrundbesitzer, die ihre politische Macht und ihre Profite auf dem R\u00fccken der werkt\u00e4tigen Massen stabilisieren und vergr\u00f6\u00dfern wollten. Seit Jahren warfen sie die Arbeiter auf die Stra\u00dfe, strichen den Arbeitslosen die Unterst\u00fctzung, verboten die Organisationen der Arbeiterbewegung (vor allem die kommunistischen Organisationen), trieben die Inflation auf immer neue H\u00f6hen und entwickelten selbst zum Preis des nationalen Verrats eine Politik, die sich gemeinsam mit den faschistischen M\u00e4chten in Italien und Deutschland gegen die Arbeiterklasse und das Volk verschwor. Das alles fand unter dem Eindruck einer sich unermesslich versch\u00e4rfenden Krise des imperialistischen Weltsystems statt, einer allgemeinen Krise, die schlussendlich in den Zweiten Weltkrieg m\u00fcndete.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wo stehen wir heute? Wir stehen heute bei rund 500.000 Arbeitslosen, das bedeutet 500.000 Schultern, denen immer neue Lasten auferlegt werden: K\u00fcrzung der Zuverdienstgrenzen, K\u00fcrzungen bei der Unterst\u00fctzung, immer festere Daumenschrauben, immer mehr Zwang, auch weit entfernte Arbeit, oder Arbeit zu schlechteren Bedingungen annehmen zu m\u00fcssen. Wir stehen bei einer Inflation, die sich zwischen April 2022 und September 2023 konstant zwischen 6 und 12% bewegte und auch im letzten Jahresdrittel 2025 jedes Monat bei rund 4% lag. Das sind die Zahlen, in der Realit\u00e4t bedeuten diese Zahlen die t\u00e4gliche brutale Enteignung der Arbeiter und des Volkes, denn am Ende des Tages muss die Rechnungen jemand bezahlen, auch wenn man nicht mehr ordentlich \u00fcber die Runden kommt. Die Antwort der Regierung sind Sparpakete, \u201eKonsolidierung\u201c genannt, die Gewerkschaft tr\u00e4gt all das mit! Wir stehen auch heute wieder bei der Unterdr\u00fcckung von Protest und politischer Kriminalisierung von fortschrittlichen Einzelpersonen und ganzen Organisationen, denn genau das ist es, was die Herrschenden gegen\u00fcber der pal\u00e4stinasolidarischen Bewegung machen, ebenso wie sie in den Jahren davor bereits die Bewegung der Kritiker der Coronama\u00dfnahmen politisch kriminalisierten und propagandistisch d\u00e4monisierten. Da wie dort versuchten sie, Existenzen politischer Gegner wirtschaftlich und sozial zu vernichten. Die bedingungslose Solidarit\u00e4t der Herrschenden mit dem V\u00f6lkerm\u00f6rder Israel ist dabei die k\u00fchle Konsequenz aus ihrem uners\u00e4ttlichen Treiben nach Krieg. Sie wollen den imperialistischen Krieg, denn sie erhoffen sich, dass sie dadurch die Zersetzung und die tiefe Krise ihres maroden Systems \u00fcberwinden k\u00f6nnen. Im Verbund mit ihren Freunden in der EU und in den USA wollen sie den imperialistischen Krieg, denn es sind die Arbeiterklasse und die V\u00f6lker, die ihr Blut und ihre K\u00f6rper auf den Schlachtfeldern lassen sollen, nicht die Herrschenden. Sie schreien nach Aufr\u00fcstung und Militarisierung. Auch heute stehen wir an einem Punkt, an dem die Wetterleuchten eines neuen imperialistischen Weltkriegs am Horizont bereits deutlich zu sehen sind. Ein solcher Weltkrieg mag nicht unmittelbar bevorstehen, doch dass die Imperialisten dazu r\u00fcsten und mit aller Kraft darauf hinarbeiten, steht offensichtlich au\u00dfer Zweifel.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Februar 1934 standen die kampfbereiten Teile der Arbeiterschaft mit dem Gewehr in der Hand gegen den Faschismus auf, sie standen gegen die weitere Ausbeutung und Unterdr\u00fcckung ihrer Klasse und ihres Volkes. Sie k\u00e4mpften gegen die Offensive der herrschenden Klasse, doch sie k\u00e4mpften (vor allem zu Beginn) nicht darum selbst die politische Macht zu \u00fcbernehmen. Georgi Dimitroff, einer der wichtigsten F\u00fchrer der Kommunistischen Internationale, charakterisierte diesen Umstand folgenderma\u00dfen: <em>\u201eEuer bewaffneter Kampf war im Wesen ein Kampf f\u00fcr die Wiederherstellung der von Dollfu\u00df verletzten Verfassung. Er ging \u00fcber diesen Rahmen nicht hinaus, verwandelte sich nicht in einen Kampf um die Macht. (\u2026) Die Tatsache, dass dieses Ziel \u2013 die Machtergreifung \u2013 in eurem bewaffneten Kampf fehlte, ist die Hauptschw\u00e4che eurer heroischen Aktion.\u201c (1)<\/em> Dimitroff und die Kommunisten erkannten es richtig. Der Heroismus, die revolution\u00e4re Tat der Februark\u00e4mpfe, endete auch deswegen in einer milit\u00e4rischen Niederlage, weil bei gro\u00dfen Teilen der K\u00e4mpfer das strategische Ziel fehlte. Doch warum fehlte das Ziel der politischen Macht? Weil gro\u00dfe Teile der Arbeiterklasse vor dem Roten Februar unter der politischen F\u00fchrung und ideologischen Hegemonie der Sozialdemokratie standen. Dieser sch\u00e4dliche Einfluss bestand aber nicht in der einen oder anderen politischen Weichheit, oder theoretischen Schw\u00e4che, sondern in einem <em>\u201e&#8230;ganzen System von Auffassungen, mit denen die sozialdemokratische F\u00fchrung die Arbeiter vergiftete&#8230;\u201c<\/em> (Dimitroff). Es handelte sich um ein ganzes System an Auffassungen, mit dem die Sozialdemokratie die Arbeiterklasse im Rahmen des alten Systems hielt. Sie erw\u00fcrgte die Initiative der Arbeiterklasse und kultivierte den G\u00f6tzen sogenannter Mehrheiten, ohne die angeblich nichts m\u00f6glich w\u00e4re\u2026 <em>\u201eWenn erst 50 Prozent plus eine Stimme sozialdemokratisch w\u00e4hlen, dann werden wir&#8230;\u201c<\/em> log sie die Arbeiter an. Sie erdr\u00fcckte die fortschrittlichen Teile der Arbeiterklasse unter dem tonnenschweren Gewicht der r\u00fcckst\u00e4ndigsten Anschauungen. Sie vernebelte damit die Tatsache, dass die Arbeiterklasse und die Massen sich erst befreien k\u00f6nnen, wenn sie den alten Staatsapparat zerschlagen und damit auch die alte herrschende Klasse gest\u00fcrzt haben. Die Sozialdemokratie sch\u00fcrte Hoffnungen auf Verbesserungen t\u00e4glicher N\u00f6te, die sie allerdings gemeinsam mit den Kapitalisten und Gro\u00dfgrundbesitzern aushandeln und erreichen wollte. Sie lehrte, dass vor allem der Parlamentarismus die Arbeiterklasse voranbringe. Sie versicherte, dass die Herrschaft der Arbeiterklasse nicht mit revolution\u00e4rer Gewalt (die sie pauschal als \u201eLinksradikalismus\u201c diffamierte), sondern nur Schritt f\u00fcr Schritt, durch Reformen und Wahlen erobert werden k\u00f6nne.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"wp-block-paragraph\">All das f\u00fchrte zu jahrelanger L\u00e4hmung der Arbeiterklasse, zu Bergen von Illusionen in die Herrschenden und ihren Machtapparat. Dass im Roten Februar tausende K\u00e4mpferinnen und K\u00e4mpfer, viele davon ehemalige Sozialdemokraten, mit ihrer Partei (die sich entschieden gegen die K\u00e4mpfe aussprach!) und diesen Anschauungen brachen, war ein gewaltiger Schritt nach vorne und eine Grundvoraussetzung, um den gro\u00dfartigen Kampf des Roten Februars \u00fcberhaupt aufnehmen zu k\u00f6nnen. Doch der sozialdemokratische Ballast verflog nicht \u00fcber Nacht, viele schleppten \u00dcberreste davon noch zu lange weiter. Die Kommunistische Partei \u00d6sterreichs, die eine revolution\u00e4re Perspektive wies und die K\u00e4mpfe, wo es ihr m\u00f6glich war, auch entsprechend f\u00fchrte, leistete Unermessliches, um diese K\u00e4mpferinnen und K\u00e4mpfer neu zu organisieren und ihnen ein klares Bewusstsein \u00fcber ihre Lage, ihren Kampf und ihre Perspektiven zu geben. Tausende schlossen sich daraufhin der KP\u00d6 an und k\u00e4mpften fortan in ihren Reihen. Sie zogen als Lehre aus den Februark\u00e4mpfen die Erkenntnis, dass die Arbeiterklasse sich nur mit dem Gewehr in der Hand befreien kann, dass die Revolution kein spontaner Akt ist, sondern entwickelt werden muss, dass die Arbeiterklasse am Ende des Tages wehrlos ist, wenn sie auf die Aus\u00fcbung revolution\u00e4rer Gewalt verzichtet, wenn sie die revolution\u00e4re Gewalt nicht entwickelt. Es war erneut Dimitroff, der es am Beispiel der Revolution von 1918 folgenderma\u00dfen zusammenfasste: <em>\u201e1918 aber, Genossen, war alles in euren H\u00e4nden. In euren H\u00e4nden waren die Waffen. Ihr bildetet eure Arbeiter- und Soldatenr\u00e4te.\u201c<\/em><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine der gro\u00dfen Lehren des Roten Februars ist es zweifellos, dass diejenigen die vom Sozialismus reden, ohne gleichzeitig zu erkl\u00e4ren, dass die Revolution ein Gewaltakt ist, in dem eine Klasse die andere st\u00fcrzt, heute in die Rolle der alten Sozialdemokratie schl\u00fcpfen. Der Rote Februar erteilte der Arbeiterklasse und den Massen ein weiteres Mal die harte Lehre, dass ihr Kampf verloren sein wird, wenn sie keine F\u00fchrung, keine Partei haben, die ihnen in ihrem Kampf Weg und Ziel zur Eroberung der politischen Macht weisen und diesen Kampf auch organisieren kann. Die Lehre des 12. Februars 1934 ist, dass die Revolution\u00e4re und die Kommunisten nicht eine \u201eMassenbewegung\u201c zur ersten Bedingung ihres Handelns erkl\u00e4ren sollen, sondern sich die Massenbasis erobern m\u00fcssen indem sie vorangehen. Es war die Sozialdemokratie, die sich immer auf die angeblich \u201efehlende Massenbewegung\u201c und die scheinbar \u201eschlechten Bedingungen\u201c hinausredete, doch diejenigen die voran gingen (in erster Linie die Kommunisten) wurden von ihr erbittert bek\u00e4mpft. Diese Politik war schon 1934 ein Verderben, sie wird auch heute ins Verderben f\u00fchren \u2013 ganz unabh\u00e4ngig davon, um welche demokratischen und revolution\u00e4ren Ziele gek\u00e4mpft wird.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der K\u00e4mpfe, Bewegungen und Initiativen um Arbeit, gegen die Inflation, f\u00fcr die Solidarit\u00e4t mit Pal\u00e4stina, gegen die NATO-Integration \u00d6sterreichs, gegen Repression und \u00dcberwachung, gegen die elende Kriegstreiberei\u2026 all diese K\u00e4mpfe m\u00fcssen entwickelt und vorangebracht werden. Wie werden sie vorangebracht? Was brauchen diese K\u00e4mpfe und Bewegungen am meisten? Klarheit \u00fcber Weg und Ziel, Klarheit \u00fcber den Gegner, Klarheit dar\u00fcber, wie der Kampf organisiert werden kann. Kein demokratisches oder revolution\u00e4res Anliegen ist heute gemeinsam mit der herrschenden Klasse umzusetzen, keines dieser Ziele ist zu erreichen, wenn man ihren alten L\u00fcgen auf den Leim geht, wenn man sich ihrem System opportunistisch anbiedert. Was es hingegen als wichtigste erste Bedingung braucht ist F\u00fchrung, ist eine Kommunistische Partei die diesen Namen verdient. Das war auch 1934 so, doch damals gab es eine Kommunistische Partei, daher konnten die revolution\u00e4ren und fortschrittlichen Teile der Arbeiterklasse k\u00e4mpfen und aus ihrem Kampf die korrekten Lehren ziehen. Heute gibt es keine solche Partei, doch die Kommunisten sind entschlossen sie zu schaffen und erheben im Kampf um die Wiederherstellung ihrer Partei das rote Banner des 12. Februars 1934!<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"wp-block-paragraph\">(1) Alle hier verwendeten Zitate Dimitroffs stammen aus: \u201eBrief an die \u00f6sterreichischen Arbeiter\u201c (1934), neuver\u00f6ffentlicht 2024<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&nbsp;<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&nbsp;<\/p>\r\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die bewaffneten K\u00e4mpfe der fortschrittlichen Kr\u00e4fte der \u00f6sterreichischen Arbeiterklasse, die am 12. Februar 1934 begannen, richteten sich gegen den Faschismus, der die Arbeiterklasse und das Volk mit roher Gewalt niederzudr\u00fccken versuchte. 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